Specht-Pferd
Specht-Freude
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Dr. med. Michael Angerer

Dr. med. Michael Angerer

Chefarzt Orthopädie

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Erlebnisbericht

Seit etwa 2 Jahren bieten das MediClin Reha-Zentrum Roter Hügel in Bayreuth, TRUST US, das Sanitätshaus reha-team sowie die Lohengrin Therme ein vollkommen neues Reha Konzept – Die Powerwoche.

Während des umfangreichen Wochenprogramms, bestehend aus Gehschule, Ganganalyse, Physiotherapie, PRO-NW (Nordic-Walking für Prothesenträger), verschiedenen sportlichen Aktivitäten und der Möglichkeit die unterschiedlichsten Prothesensysteme zu testen, kümmert sich ein hochqualifiziertes Team aus Sportarzt, Physiotherapeut, Orthopädietechnikermeister, Masseur, Gehschultrainer und PRO-NW-Lehrer um speziell einen Teilnehmer. Hier steht der Anwender (Prothesenträger) im Mittelpunkt.

Einer der Teilnehmer, Conrad Specht aus Wirsberg, hat seit etwa einem halben Jahr eine Oberschenkelprothese. Nach einer Bypass-Operation hat er eine Thrombose im linken Bein bekommen. Das Bein konnte nicht mehr gerettet werden und die Ärzte entschlossen sich zu einer Amputation. Durch die prothetische Versorgung und stetige Betreuung des Orthopädiemechanikers Patrick Röber vom reha-team hat sich der 81jährige gut an sein neues „Standbein“ gewöhnt. Trotzdem war er gerade beim Gehen sehr unsicher und auf zwei Unterarmstützen angewiesen. Durch die Gespräche mit Herrn Röber kam man schnell auf die Powerwoche im Reha-Zentrum zu sprechen – er entschloss sich diese Gelegenheit zu nutzen.
Der ehemals sehr sportlich-aktive Wirsberger  - Leistungskegeln war sein Steckenpferd – erhoffte sich viel von der Powerwoche am Roten Hügel: „Das sichere Laufen machte mir immer noch Schwierigkeiten, daher setzte ich viel Hoffnung auf die fachliche Kompetenz der Therapeuten und das übrige Team“.
Die sehr intensive Woche „hat sich wirklich gelohnt“, zeigte sich Konrad Specht zufrieden: „Meine Unsicherheit ist fast komplett weg, denn der Physiotherapeut Thomas Sandner hat mit mir Kilometer gemacht und mein falsches Gangbild immer wieder korrigiert“.
Vor der ersten Behandlung wurde sein Gangbild per Video analysiert, daraus resultierend sein Therapieplan erstellt und die Ziele für die Woche erfasst.

Neben der täglichen Krankengymnastik, einer Videoanalyse, Hippotherapie, Nordic-Walking und Prothesenanpassungen haben dem jung gebliebenem Specht die gesamte Einrichtung und vor allem die freundlichen und kompetenten Therapeuten und Ärzte imponiert. „Ich bin zwar mit einer gewissen Erwartung ins Reha-Zentrum gegangen, aber mit dem Ergebnis nach einer Woche Therapie war ich nicht nur zufrieden, sondern auch sehr überrascht“. Conrad Specht geht jetzt in seinem Haus im schönen Wirsberg immer ohne Gehhilfen und selbst draußen traut er sich komplett ohne Unterstützung zu laufen.

Für den Sommer wünscht sich der Sportbegeisterte schon etwas ganz besonderes: Er möchte sich für das Schwimmbad vom Orthopädiemechaniker Röber eine Schwimmprothese anpassen lassen, um weiterhin Sport treiben zu können, denn leider kann er seiner größten Leidenschaft nicht mehr frönen – dem Sportkegeln.
Er wird die Powerwoche auch anderen Amputierten empfehlen, die er regelmäßig beim „Standbein“ (Amputierten-Selbsthilfegruppe Kulmbach/Bayreuth) trifft, denn eins kann einem die Woche auf jeden Fall nehmen: die Angst vor der Unsicherheit beim Gehen.